Wie alles begann

Weder bin ich gelernte Goldschmiedin oder habe Schmuckdesign studiert, noch bin ich vorher viel gereist. Ganz im Gegenteil war ich durch meinen Laden sehr Ortsgebunden und hatte den Traum von einem eigenen, kleinen Ferienhaus, in dem ich meine freie Zeit verbringen würde; wo der Bäcker einem beim Namen grüßt, wo man im Garten Holz hackt, wo Kühe auf Weiden grasen – kurz, wo die Welt noch in Ordnung ist…

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Alles begann 2009 mit einem Projekt, bei dem ich als gerade frisch gebackene selbstständige Diplomingenieurin für Innenarchitektur eine riesengroßen Überseekiste konstruierte.

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Wobei… eigentlich muss ich noch weiter zurückgehen. Als ich klein war hatte ich ein Bettelarmband und meine Oma und Tante Lydia brachten mir dafür diese emaillierten Stadtwappen-Anhänger mit.

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Das besagte Projekt war eine Kunstinstallation, die 2009 im Kaisersack zur Langen Nacht im Bahnhofsviertel in Frankfurt startete. Gesucht wurden Frankfurt-Souvenirs, über die wir zeigen wollten, dass Frankfurt nicht nur eine Bankenstadt ist und einen großen Flughafen hat, sondern hier auch ganz viel Kreativität steckt. Aus dem Projekt wurde ein Ladenkonzept, mit dem wir leerstehende Einzelhandelsflächen in Frankfurt bespielten. Zuletzt in der Zeilgalerie, wo wir uns auf 430qm ausbreiten durften. Wir haben selbst Souvenirs gestaltet, aber auch Produkte von Designern und Künstlern aus Frankfurt angeboten. Das Konzept beinhaltete die Produkte mit einer Geschichte zu kombinieren, so dass die Mitbringsel zu kleinen Botschaftern wurden. Und ich hätte so gerne ein Bettelarmband im Sortiment gehabt, weil das für mich durch meine Kindheitserinnerung der Inbegriff des Souvenirs ist. Aber irgendwie fehlte es an der zündenden Idee, wie man ein solchen Armband neu interpretieren könnte.

So schön die Zeit in der Zielgalerie war, da wir Souvenir Frankfurt weiterentwickeln konnten, so anstrengend war es auch. Wie viel Zeit ich in diesem Gebäude verbracht habe, ohne Tageslicht! Seit dieser Erfahrung habe ich größten Respekt vor VerkäuferInnen in Kaufhäusern und Shoppingmalls! Hut ab!

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Als sich die ersten Gerüchte über den Abriss der Zeilgalerie bestätigten, beschloss ich sehr spontan einen Urlaub zu machen, um neue Kraft für den bevorstehenden Umzug zu sammeln. Meine liebe Freundin Anja Holiday – der Name ist Programm – gab mir den Tipp nach Malta zu fliegen. Nicht zu weit weg, nicht zu groß, nicht zu klein, schön warm, Meer und tolle Strände. Über Airbnb fand ich eine super schöne Unterkunft in Il-Bahrija, einem kleinen Ort im Westen der Insel. Ich hatte einen Balkon mit Abendsonne, es gab eine traumhafte Dachterrasse, die ich mitbenutzen konnte und in laufweite eine Bucht, die ich die 10 Tage nahezu für mich alleine hatte. Genau das richtige für mich und die besten Voraussetzungen um die Gedanken schweifen zu lassen.

Und einer der Gedanken war, die Anhänger eines Bettelarmbandes mit den 3Lettercodes der IATA zu gestalten, wie sie beim verreisen an den Koffer angehängt werden; denn auch sie stehen – wie die emallierten Wappen für einen Ort und man verbindet sie mit Reisen und Urlaub.

Zurück in Frankfurt stand dann jedoch erstmal der Umzug und viele andere Veränderungen bevor. Schweren Herzens beschlossen wir unseren Laden aufzugeben. Das war dann im Prinzip der richtige Startschuss für mein neues Label. Aber bis alles fertig vor mir lag, wie man es jetzt bestellen kann, hat es dann nochmal ein Jahr gedauert. Anders als zunächst geplant entschloss ich auch die Umsetzung zu übernehmen, um flexibel zu sein und wirklich alle möglichen 3Lettercodes anbieten zu können. Ziemlich lange beschäftigte ich mich damit, wie man die Anhänger am Armband befestigt. Mit Karabinern hätte das Armband grobgliedriger ausfallen müssen, was ich nicht wollte, da ich selbst filigranen Schmuck mag. Es sollte eine schlichte Optik haben, damit man die Stücke zu jedem Anlass tragen und mit anderem Schmuck kombinieren kann. Nach langem Kopfzerbrechen kam mir dann die Idee, den Anhänger mit einer Schlaufe direkt ans Armband zu fädeln. Es funktioniert ähnlich wie ein Kreuzknoten. So kann jeder auch nachträglich ohne Werkzeug weitere Anhänger ergänzen. Dadurch verkürzt sich jedoch auch das Armband und so brauchte ich eines, das mehrere Ösen hat… Also musste ich auch das selbst anfertigen. Dadurch bin ich nun aber auch flexibel, die Kollektion zu erweitern und auf Kundenwünsche einzugehen. Vor allem aber bin ich froh über diese Entscheidung, weil mir die handwerkliche Arbeit total Spaß macht.

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Logo und Packaging zu gestalten ging im Vergleich zum Rest dann super schnell. Wenn ich mich recht erinnere, war das Logo an einem Tag gemacht.

Ja, so wars.

Rückblickend ist es wirklich lustig zu sehen, wie sehr mein „beruflicher Werdegang“ doch von Zufällen geprägt ist… Find ich gut!

2 Kommentare

  1. Hallo
    gibt es in Frankfurt einen Laden in dem ich Kette, Armband oder Ring mit FRA direkt kaufen kann?

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